längst vergessene Goldschmiedetechnik unter Fachleuten, bei der winzige Goldsplitter zu kleinen Kügelchen verschmelzen, die bei einer bestimmten Temperatur hauchzart auf ihren Untergrund fixiert werden, dass sie zu schweben scheinen. Otto Jakob hat diese Technik nach jahrelangem "Nachsitzen" wieder erlernt.

Damit Jakobs Ohrgehänge - seine Spezialität - nicht zu schwer werden, treibt er seine bukolischen Köpfe und prallen Pflanzenstücke aus dünnen Goldwänden. Eigens dafür hat er nach langem Tüfteln eine Möglichkeit entdeckt, goldene Hohlformen zu giessen. Die Passform schnitzt er aus fast maserfreiem Buchsbaumholz. Köpfe, so klein wie ein Fingernagel, voll Realistik: ausdrucksstarke lebendige Köpfe - oft Selbstportraits. Schmerz und Freude, Macht und Schwäche, Tod und Liebe gräbt er mit Zwergenwerkzeug und unendlicher Geduld in das feine Material.

"Lupenpack" nennt er seine Negerköpfe, die Augen aus Elfenbein ausgelegt oder mit Mal - Emaille.

Aus dem heftigen Maler ist ein hintersinniger Manierist geworden, der sein sinnliches Vergnügen an purem Material - Jakob verarbeitet fast ausschliesslich reines Gold - in mystischen Bildwelten austobt.